Neuer BRK-Rettungsdienststandort in Wernberg-Köblitz verbessert Notfallversorgung deutlich.
Wernberg-Köblitz. Rund sechs Monate nach der Inbetriebnahme eines zusätzlichen Rettungswagens in Wernberg-Köblitz ziehen alle Beteiligten eine durchweg positive Zwischenbilanz. Bei einem gemeinsamen Standortbesuch informierten sich Vertreter des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord (ZRF) sowie des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) über die bisherigen Erfahrungen. Auch Landrat Thomas Ebeling und Bürgermeister Konrad Kiener machten sich vor Ort ein Bild vom neuen Rettungsdienststandort.
Der zusätzliche Rettungswagen ist seit dem 1. Juni 2025 im Einsatz und verstärkt die Notfallrettung im Versorgungsbereich der Rettungswache Nabburg. Aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen Vertragsabschluss Ende Januar 2025 und dem geplanten Betriebsbeginn wurde der Dienst zunächst an einem Interimstandort im BRK-Haus Wernberg-Köblitz aufgenommen. Dank der Unterstützung der örtlichen BRK-Bereitschaft sowie des Marktes Wernberg-Köblitz verlief der Start somit reibungslos. Parallel dazu entstand in der Daimlerstraße eine neue Rettungswache, in die der Standort bereits nach wenigen Monaten umziehen konnte.
Seit der Inbetriebnahme wurden nach Auskunft des BRK Kreisverbandes Schwandorf vom Standort Wernberg-Köblitz ausgehend bereits 782 Einsätze abgewickelt. Dabei legten die Einsatzkräfte rund 39.000 Kilometer zurück und erbrachten etwa 7.000 Personalstunden. Besonders aussagekräftig ist die Entwicklung der sogenannten Hilfsfristeinhaltung: Planungsziel ist es, dass Rettungsfahrzeuge im Regelfall innerhalb von höchstens zwölf Minuten am Einsatzort eintreffen, wobei mindestens 80 Prozent aller Notfälle diesen Wert erreichen sollen. Vor der Inbetriebnahme des neuen Standortes lag die Quote im Marktgebiet Wernberg-Köblitz vor Inbetriebnahme des neuen Standortes im ersten Quartal 2025 bei lediglich rund 60 Prozent. Im dritten Quartal 2025 stieg sie auf über 90 Prozent. Auch im gesamten Versorgungsbereich der Rettungswache Nabburg konnte eine Verbesserung von mehr als zehn Prozentpunkten verzeichnet werden. „Der zusätzliche Rettungswagen in Wernberg-Köblitz ist ein wichtiger Baustein für eine verlässliche und flächendeckende Notfallversorgung im nördlichen Landkreis Schwandorf“, betonte Rudolf Niegl, stellvertretender Geschäftsleiter des ZRF Oberpfalz – Nord „Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Entscheidung für diesen Standort richtig war.“ Landrat Thomas Ebeling hob insbesondere die schnelle und lösungsorientierte Umsetzung des Projekts hervor. Die Einsatzzahlen belegten eindrucksvoll, dass der neue Standort einen spürbaren Mehrwert für die regionale Notfallversorgung darstelle. Bürgermeister Konrad Kiener zeigte sich ebenfalls erfreut über die positive Entwicklung und unterstrich die Bedeutung des Rettungsdienststandortes für die Marktgemeinde Wernberg - Köblitz.
Im Anschluss führte der stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Seeliger durch die neu errichteten Betriebsräume. Auf rund 200 Quadratmetern Nutzfläche entstanden eine Fahrzeughalle mit Stellplätzen für zwei Rettungswagen sowie die erforderlichen Funktions- und Aufenthaltsräume. Dadurch ist es möglich, auch während des Dienstwechsels mit dem zweiten, als Reservefahrzeug stationierten Rettungswagen unmittelbar auf weitere Einsätze zu reagieren. Die Bauzeit betrug lediglich rund vier Monate. Möglich wurde dies durch die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Markt Wernberg-Köblitz und dem Landkreis Schwandorf im Rahmen der Planung, sowie durch die Entscheidung für eine Modulbauweise. „Auch wenn eine Rettungswache in erster Linie ein Funktionsbau ist, wurde bewusst großer Wert auf Nachhaltigkeit und angenehme Aufenthaltsqualität für die Mitarbeitenden gelegt“, erklärte Seeliger. Während bedingt durch den Standort im Industriegebiet auf eine aufwendige Fassadengestaltung verzichtet wurde, überzeuge hingegen der Innenbereich durch ein modernes, freundlich gestaltetes Raumkonzept mit warmen Farben. Umfangreiche Eigenleistungen des BRK in allen Bauphasen hätten es dabei ermöglicht, den hohen Qualitätsanspruch zu vertretbaren Baukosten in Höhe von rund 450.000 € umzusetzen. Auch BRK-Kreisgeschäftsführer Otto - Josef Langenhan unterstrich die strategische Bedeutung des Standorts Wernberg-Köblitz für den Kreisverband Schwandorf. Die offizielle Einweihung der neuen Rettungswache ist für das Frühjahr 2026 geplant, sobald die Außenanlagen vollständig fertiggestellt sind.

